Samstag, 22. Februar 2020

Online-Bewerbung bei einem Personaldienstleister

Zeitarbeit ist gar nicht so schlecht? 
Dies ist ein Verbraucher-Bewerbungstest bei einer Zeitarbeitsfirma, die im Internet mit einem Werbevideo "über die Missverständnisse bzw. "Mythen"  zu Zeitarbeit" aufklären möchte (es sei nicht nur für Ungelernte sondern auch für Fachkräfte, nicht schlecht bezahlt... man würde "nicht immer in Zeitarbeit bleiben müssen"... usw.)

Nachdem ich als Jobtesterin das Werbevideo gesehen hatte, klickte ich sofort auf einen Button "Job finden" und suchte mir was Nettes aus.


"Denn alle "Mythen" müssen in Praxistests bewiesen oder widerlegt werden ;-P
Ich dachte: mal sehen, ob man mich bei einer EHRLICHEN ANFRAGE überhaupt bis zur Türschwelle lässt ;-)))



Da sich auf meine Bewerbung per Online-Maske** aber bisher kein weiteres Gespräch/Angebot ergab, kann ich hier nur 
meine Erstbeobachtung zur öffentlichen Präsenz der Bewerbungsseite abliefern. 

Diese verursacht folgende Benutzungsschwierigkeiten:

a) im Feld "Bemerkungen" hat man nur 400 Zeichen - wovon man aber erst erfährt, wenn man erfolglos abschickt und man erfährt nicht, wieviel Zeichen zu viel sind - webseiteneigene Zeichenzählung, weicht auch ab von einer unabhängigen Zeichenzählung in einem Textprogramm. Ich musste auch 394 Zeichen noch weiter kürzen, weil "nur 400 Zeichen erlaubt waren"...

b) Jobausschreibung heißt zwar z.B. "Möbelmonteur (m/w/d)" - man muss bei Anrede aber zwischen entweder Mann oder Frau wählen (vorgegaukelte Diversität, die sofort missachtet wird, wenn man sie real für die Anrede nutzen wollte)

c) "Datenschutz und Nutzungsbedingungen" muss man notwendigerweise als gelesen anklicken - aber die Nutzungsbedingungen sind nicht unmittelbar dort aufzufinden/nachzulesen (nur der Datenschutz bzw. die DSGVO allgemein. Es fehlt ein Link,sonst klickt man zwangsläufig etwas an,was technisch notwendig ist,aber eine Lüge ist (ich etwa habe ein Dokument explizit als "Nutzungsbedingungen" benannt auch nicht gelesen (weil nicht unmittelbar gefunden) und mich dennoch beworben).


Nach der Bewerbung bekam ich eine Mail, in der steht, dass meine Daten bis auf Widerruf gespeichtert werden, also dass man mir Stellen irgendwann anbieten kann, auch wenn es jetzt nicht passen sollte (ja gern doch in meiner Situation als "Jobtesterin für alles" - sonst würde ich eher davon abraten um Sanktionsrisiken zu vermeiden, und lieber auf jede konkrete Stelle selber eine Bewerbung schicken als "im System zu deren Verfügbarkeit eingespeichert zu sein".)

Man muss also zunächst einmal in nicht technisch greifbare Nutzungsbedingungen einwilligen und auch einer Datenspeicherung (für andere Jobangebote) zustimmen,was man nachträglich aktiv kündigen muss, um die Bewerbung technisch abschicken zu können auf diesem Portal.







**es gibt aber Kontakte zu Bewerber*innen: eine mir vertrauliche Quelle, teilte mir mit, sich via E-Mail beworben zu haben auf eine (in anderem Portal konkret ausgeschriebene) Stelle dieses Personaldienstleisters mit konkreter Ansprechperson und darauf kontaktiert worden zu sein.
Ob also einfach "die Jobtesterin" nicht ins Profil passt oder für sie noch länger automatisch das passende in der Datenbank gesucht wird, ist unklar ;-)

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