Freitag, 24. Juli 2026

Bewerbung als Verkehrsministerin

Bewerbung als Verkehrsministerin
     
an: poststelle@bmv.bund.de

Cc:    Friedrich.Merz@bundestag.de

Datum:    24.07.2026, 17:48
 

Sehr geehrte Mitarbeitende und Sachkundige im Personalstab des Verkehrsministeriums,

hiermit bewerbe ich mich um den Job als Verkehrsministerin, also als Ihre Chefin.
Aufgrund des Hinweises eines Freundes auf einen Teaser aus dem spiegel komme ich auf die Idee:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/patrick-schnieder-warum-der-verkehrsminister-gehen-muss-a-6d44b20c-5829-4169-a801-4c5494a83a3b
 

"Selten war die Chance auf einen Posten im Kabinett besser Bundesregierung sucht Verkehrsminister / Verkehrsministerin (m/w/d)
Ihr Tätigkeitsprofil: Als Nachrücker übernehmen Sie eine vielseitige Aufgabe in einem großartigen Team und gestalten die Transformation der Infrastruktur einer westeuropäischen Mittelmacht. Anforderungsprofil: keine Vorkenntnisse nötig. Aussagekräftige Bewerbungen richten Sie an das Bundeskanzleramt. Bitte dieses Mal nur ernst gemeinte Zuschriften.
Von Markus Becker, David Böcking und Gerald Traufetter
24.07.2026, 15.03 Uhr"



das werte ich als "Ausschreibung"!

Ich bin Jobtesterin und daher für JEDEN Job zum Testen geeignet.



Bitte teilen Sie mir Ihren Termin für ein persönliches Vorstellungsgespräch rechtzeitig mit, da ich mich auf den ÖPNV nach derzeitigem Stand nicht verlassen kann (und lieber ein paar Tage im Voraus die Reise, wenn auch nicht den Gesprächsinhalt planen muss) und auch über kein KfZ verfüge, mit dem ich selber die Autobahnen und Landstraßen austesten könnte und mein Fahrrad ist gerade kaputt, für ein Vorstellungsgespräch dieser Art möchte ich nicht gleich ein Bußgeld wegen des Rades erhalten.
Natürlich könnte ich auch gleich bei der Anfahrt den Weg per Skateboard testen oder mal einen kleinen Spaziergang als Fußgängerin machen, da ich ja bereits in der Hauptstadt dieses verkehrsreichen Landes wohne.
Eine Anreise per Paddelboot oder Luftmatratze als Anhängerin der "swimable cities" und Teilnehmerin an Demos von "Flussbad e.V." kann ich mir ebenfalls vorstellen, damit schon die Anreise zum Vorstellungsgespräch meine Motivation und besondere Eignung veranschaulicht.

Auf den Job bin ich gemäß der Ausschreiben bestens, also "null" vorbereitet - was dem Ganzen aber durchaus entsprechen sollte. Ich kann mir vorstellen, den Job erstmal als Sommerloch auszufüllen und über die Hürden, denen ich selber in diesem Job begegne, der Öffentlichkeit (und Presse) in Echtzeit Bericht zu erstatten. 

Mit Abgasskandalen habe ich keine Erfahrung, sofern man nicht "Lagerfeuer auf einem Schulhof zu Lasten der Nachbarn", mit denen ich mich als Verantwortliche friedlich einigte, in dieses Ressort reinzählt.

Nun, das Thema Verkehr ist nicht ganz aus meinem Blickwinkel, da ich eben häufig mit dem ÖPNV, als Fußgängerin und Radfahrerin, seltener als KfZ(Mit)fahrerin unterwegs bin und mich die Verkehrswende (ohne Überwachungswahn und gleichzeitig einladend und fördernd für alle umweltfreundlichen Alternativen, ohne ländliche und unterschiedliche auf Eigenständigkeit ausgerichtete Lebensrealitäten auszublenden) interessiert.
Öffentliches Straßenland oder auch mal eine Wasserstraße (perspektivisch mit besserer Ausstattung auch die Luft) nutze ich zudem gern für Demonstrationen. Mir ist auch nicht fremd, dass all diese Wege zu erhalten und auszubauen, eine wichtige Gemeinschaftsleistung ist, an der wir alle unsere Zukunftsfähigkeit beweisen können.

Ich kann mir nicht anmaßen zu behaupten, den ausgeschriebenen Job besser als andere zu machen, aber ich werde ehrlich darüber bloggen und meine Mitmenschen vor allem an der Basis bzw. aus der Bevölkerung in den Dialog einbeziehen sowie Newcomern, die an alternativen Verkehrskonzepten arbeiten, eine Chance auf Gehör geben sowie mich für Entschleunigung und damit Entlastung aller bestehenden Verkehrskonzepte einsetzen durch mein Plädoyer für bedingungsloses Grundeinkommen, wozu mir Zusammenarbeit mit anderen Ministerien wichtig ist.

Menschen mit Behinderungen werden mir Feedback geben, in wie weit bestehende Verkehrskonzepte mit ihren Rechten sowie der UN-BRK vereinbar umgesetzt sind und was nachgebessert werden muss. 

Da montags früh die meisten Unfälle passieren, müsste unter meiner Leitung keiner vor seinem Biorhythmus im Ministerium oder seinem Homeoffice sein.
Jeden Freitag würde ich mich mit Berater*innen aus der Zivilgesellschaft unterhalten - wahlweise im Ministerium in der Invalidenstr. oder eben vor dessen Tür - so dass Fridays for Future auf eine andere Weise wiederaufleben kann. Aber auch Lokführer*innen, Beschäftigte im Straßenbau, der Luftfahrtindustrie, Raum- und Zeitreisende aller Art dürfen vorbeikommen - ebenfalls Lebewesen oder deren menschliche Übersetzer*innen, denen wir Menschen mit unserem Vorfahrtsanspruch gehörig auf die Ketten gehen.

Ebenfalls ist "unter meiner Fuchtel" dem Digitalwahn in Bezug auf ÖPNV Einhalt zu gebieten und eine diskriminierungsfreie Reise auch für Verweiger*innen von Smartphones und Chipkarten essentiell. Eine Verkehrswende soll Menschen als freie Individuen in Hoheit über ihre Daten abholen, nicht die Bedürfnisse nach Klimaschutz und persönlicher Autonomie gegeneinander ausspielen.
Es darf ja jeder mit einem QR-Code auf dem Handy Bahn oder Auto fahren - aber niemand darf dazu verdonnert werden, sowas mitzumachen. 

Ich verbleibe zünftig mit den Worten "der Weg ist das Ziel"
und
mit bestem Gruß allzeit gute Fahrt, guten Weg, guten Flug, Schiff ahoi wünschend

FriGGa Wendt

P.S.: Neulich habe ich Chat-GPT ein kleines Spiel zur Thematik "Verkehr" programmieren lassen:

https://die-jobtesterin.blogspot.com/p/retro-auto-traffic-ausweichen-wer-kennt.html

Wer als Minister*in nicht weiterweiß, kann ja mal versuchen, da eine Minute durchzuhalten - danach freut man sich, wieder seine eigentliche Arbeit machen zu dürfen ;-)

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